Blog
Hier entsteht ein Blog über die aktuellen Entwicklungen der Psychotherapie Praxis Schaefer in Koblenz
Qualitätssicherung mit Video
Videogestützte Psychotherapie bietet vielfältige Möglichkeiten, therapeutische Prozesse sichtbar zu machen und zu reflektieren. Videoaufnahmen können zum Feedback und zur Förderung sozialer Kompetenzen eingesetzt werden, indem beispielsweise Kommunikationsmuster und zwischenmenschliche Dynamiken gemeinsam betrachtet werden.
In Supervision und Intervision ermöglichen sie Kolleginnen und Kollegen, Aspekte wahrzunehmen, die der behandelnden Person selbst möglicherweise nicht auffallen.
Auch die Selbst-Supervision wird dadurch unterstützt: Therapeutinnen und Therapeuten können ihr eigenes Verhalten aus einer Außenperspektive betrachten, Dynamiken besser erkennen und blinde Flecken aufdecken.
Für Patientinnen und Patienten kann das gemeinsame Anschauen von Videoaufnahmen hilfreich sein, um wiederkehrende Situationen und Verhaltensmuster mit zeitlichem und emotionalem Abstand besser zu verstehen.
Gleichzeitig kann die Videokamera Ängste oder das Gefühl hervorrufen. Diese Reaktionen können selbst zu einem bedeutsamen therapeutischen Thema werden, insbesondere wenn die Therapie in tiefere, persönlichere Bereiche vordringt. So wird die Videoaufnahme nicht nur zu einem Instrument der Beobachtung, sondern kann auch neue Zugänge für den Therapeutischen Prozess herstellen.

Gottmann Methode
Die Gottman-Methode der Paartherapie, entwickelt von John und Julie Gottman, basiert auf jahrzehntelanger Forschung zu partnerschaftlichen Beziehungen. Ein zentraler Bestandteil ist die Erkenntnis, dass etwa 69 % aller Konflikte in Paarbeziehungen dauerhaft und nicht vollständig lösbar sind. Dabei handelt es sich häufig um grundlegende Unterschiede in Persönlichkeit, Bedürfnissen, Werten oder Lebensvorstellungen. Entscheidend ist daher nicht, sämtliche Konflikte aus der Welt zu schaffen, sondern einen konstruktiven Umgang mit ihnen zu entwickeln.
Die Gottman-Methode unterscheidet verschiedene destruktive Kommunikationsmuster, die als die „Vier apokalyptischen Reiter“ bezeichnet werden: Kritik, Verachtung, Rechtfertigung bzw. Abwehr und Mauern (Rückzug). Diese Muster können Konflikte verschärfen und die emotionale Verbindung des Paares beeinträchtigen. Demgegenüber stehen konstruktive Verhaltensweisen wie eine sanfte Gesprächseröffnung, das Übernehmen von Verantwortung, Wertschätzung und die Fähigkeit, sich nach einer Eskalation wieder anzunähern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Konfliktstilen. Manche Menschen reagieren auf Konflikte eher konfrontativ und suchen unmittelbar das Gespräch, während andere sich zurückziehen, beschwichtigen oder versuchen, Auseinandersetzungen zu vermeiden. In der Paartherapie geht es darum, diese Muster zu erkennen und zu verstehen, welche Bedürfnisse, Ängste und Beziehungserfahrungen ihnen zugrunde liegen. Ziel ist es, festgefahrene Konflikte zu lösen oder zumindest einen Dialog darüber zu ermöglichen, ohne dass sich die Partner gegenseitig verletzen oder emotional voneinander entfernen. Die Gottman-Methode unterstützt Paare dabei, Unterschiede anzuerkennen, die Perspektive des anderen besser zu verstehen und trotz wiederkehrender Meinungsverschiedenheiten eine stabile, wertschätzende Beziehung zu gestalten.